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Der Grüne Gockel im Landeskirchenrat

Grüner Gockel-Umweltteam

Umweltmanagement für die Verwaltungsgebäude in Speyer – Zertifizierung im Jahr 2018

Für eine bessere Umwelt wollen die Mitarbeiter des Landeskirchenrates an einem Strang ziehen – dazu hält der „Grüne Gockel“ in den vier Verwaltungsgebäuden der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer Einzug. Das kirchliche Umweltmanagementsystem ist Teil der Klimaschutzinitiative der Landeskirche, deren Ziel es ist, bis 2020 den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlenstoffdioxid (CO2) um 40 Prozent – gemessen am Basisjahr 2005 – zu reduzieren. Bis 2050 will die Landeskirche das Klima bilanziell möglichst gar nicht mehr belasten.

Kernaufgabe der Evangelischen Kirche sei es, das Handeln in der Welt nach christlichen Grundsätzen zu gestalten. Aber „es geht um mehr als um die Bewahrung der Schöpfung. Es geht auch um Gerechtigkeit“, heißt es dazu in den vom Landeskirchenrat beschlossenen Umweltleitlinien. Dazu zählten u.a. eine effektive Gebäudebewirtschaftung, umweltfreundliches Mobilitätsverhalten, nachhaltiges Einkaufen, aber auch die Vereinbarung von Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit. Die Mitarbeiter des Landeskirchenrates wollen „zur stetigen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes beitragen und damit unseren ökologischen Fußabdruck kontinuierlich verkleinern.“ Um die Einhaltung der Leitlinien kümmert sich ein achtköpfiges Umweltteam unter der Leitung von Ursula Klüting.

Oberkirchenrat Dieter Lutz, zu dessen Dezernat u.a. der Bereich Gebäudeverwaltung gehört, unterstreicht: „Wir haben bisher schon viele Einzelmaßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt. Mit der systematischen Herangehensweise des Grünen Gockels ist es möglich, neue Einsparpotentiale zu erschließen.“

Der „Grüne Gockel“ hilft kirchlichen Einrichtungen, Energieeinsparpotenziale zu erkennen, sich energiesparend zu verhalten und sinnvolle Investitionen zu planen. Erfahrungen von zertifizierten Kirchengemeinden haben gezeigt, dass der Ressourcenverbrauch allein durch Veränderung des Nutzerverhaltens dauerhaft um 10 bis 20 Prozent gesenkt werden kann, Die Umweltauswirkungen in den Bereichen Energieverbrauch, Mobilität, Beschaffung und Abfall systematisch zu erfassen und Möglichkeiten des Einsparens zu erkennen und zu bewerten seien u.a. wichtige Bausteine des Umweltmanagements.

Ursula Klüting und die landeskirchliche Umweltbeauftragte Sibylle Wiesemann, die auch im Umweltteam ist, unterstreichen, dass der Prozess von Anfang an auf Beteiligung setze. „Energiesparendes Verhalten gelingt gerade dann, wenn alle mitmachen.“ Der Landeskirchenrat hat deshalb ein Umweltprogramm mit konkreten Maßnahmen aufgelegt und ein „Grüne-Gockel-Forum“ für die Mitarbeitenden  durchgeführt.

 

Ausbildung zum/zur Grünen Gockel UmweltauditorIn

Foto: Hubert Meisinger /ZGV

Elke Miesel-Franke, Maximilian Mai, Walter Schäfer und Sibylle Wiesemann sind als Umwelt-Auditoren ausgezeichnet worden.

Nach einer einjährigen Fortbildung sind die Absolventen in der Lage, kirchliche Einrichtungen auf ihrem Weg zu einem umweltfreundlichen und nachhaltigen Gemeindeleben zu begleiten, Letztlich geht es darum, dass alle zu dem von der Landessynode gesetzten Ziel beitragen, den CO2-Ausstoß in unserer Landeskirche bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu reduzieren.

Elke Miesel-Franke steht der protestantischen Kirchengemeinde in Neustadt-Gimmeldingen als Auditorin zur Seite. Maximilian Mai und Walter Schäfer werden Auditoren in Neustadt-Hambach und Sibylle Wiesemann ist im Umwelt-Team des Landeskirchenrates tätig. Das kirchliche Umweltmanagementsystem „Grüner Gockel“ ist Teil der Klimaschutzinitiative der Landeskirche, deren Ziel es ist, den Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlenstoffdioxid (CO2) weiter zu verringern.

Deutschlandweit sind bereits über 700 Gemeinden mit dem Grünen Gockel ausgezeichnet worden, In der Landeskirche erhielten bisher fünf Gemeinden das Zertifikat. Nachdem das Energiemanagement nahezu flächendeckend eingeführt ist, sollen jetzt wieder Gemeinden motiviert werden, in das umfassendere Umweltmanagement einzusteigen. Im Umweltmanagement Grüner Gockel werden neben dem Schwerpunkt Energiemanagement auch andere Bereiche der Umweltarbeit, wie Beschaffung, Mobilität und Bildungsarbeit, aufgegriffen. Erfahrungen haben gezeigt, dass der Ressourcenverbrauch ohne weitere Ausgaben – allein durch Veränderung des Nutzerverhaltens – dauerhaft um zehn bis zwanzig Prozent gesenkt werden kann. Das spart Geld, das für andere Aktivitäten in der Kirchengemeinde eingesetzt werden kann.

Die von der landeskirchlichen Arbeitsstelle Frieden und Umwelt organisierte Auditoren-Ausbildung fand in Kooperation mit der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) statt.

Gesucht: Kirchengemeinde für Grünen Gockel

Die Grüne-Gockel-Gemeinde Limburgerhof stellt das Projekt vor

Das Umweltmanagement hilft Kirchengemeinden, strukturiert die Umweltbilanz zu verbessern. Das entlastet Klima und den Gemeindehaushalt und macht die Gemeinde fit für die Zukunft. Dieses Jahr ist ein gutes Jahr zum Einstieg in das Umweltmanagementsystem, denn momentan läuft ein neuer Ausbildungskurs für Auditorinnen und Auditoren, die Ihre Gemeinde unterstützen können.

Auf dem Energiesparen liegt der Schwerpunkt des Grünen Gockels, das Umweltmanagement schließt jedoch den öko-fairen Einkauf, die Umweltbildung, die Mobilität und z.B. die Außenraumgestaltung mit ein.

Der Prozess dient gleichzeitig dem Gemeindeaufbau. Oft können auch Gemeindeglieder, die sich bisher nicht engagieren haben, durch die Umweltaktivitäten zum Mitmachen gewonnen werden.

Sprechen Sie das Thema bei der nächsten Presbyteriumssitzung an!

Die Gemeinde Limburgerhof ist seit 2009 nach dem Grünen Gockel zertifiziert. Mehr dazu können Sie im Umweltbericht und der Homepage der Gemeinde nachlesen.

 

 

Der Grüne Gockel

Der „Grüne Gockel“ ist eine für Kirchengemeinden entwickelte Form des Umweltmanagements auf den Grundlagen der EU-Verordnung „emas“. Ziel ist eine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung in Gemeinden, d.h. stetige Verminderung der Umweltbelastung, Verbesserung der Umweltleistung, Kommunikation in der Gemeinde und Öffentlichkeitsarbeit.

Das Umweltmanagement beinhaltet die Bilanzierung und Bewertung einer Gemeinde. Sie erstellt ihre eigenen Schöpfungsleitlinien – ihre Vision bzw. Umweltpolitik – und errichtet ein Umweltmanagementsystem. Damit stellt sie ihre dauerhafte, kontinuierliche Verbesserung der Umweltauswirkungen sicher. Sie macht alles, was im Bereich Umwelt läuft, öffentlich und regt an, die Verbesserungen auch im Privatbereich und am Arbeitsplatz zu erproben.

Dafür wird die Gemeinde mit dem Zertifikat „Grüner Gockel“ ausgezeichnet.

  • So wird nach innen und außen glaubwürdig dargestellt, dass die Kirchengemeinde die Bewahrung der Schöpfung ernst nimmt.
  • Durch ganz konkrete Schritte wird der Energieverbrauch reduziert und eine intelligente Nutzung der endlichen Ressourcen gewährleistet.
  • Das Projekt bietet neben der Ressourceneinsparung der Gemeinde (Pflichtprogramm) viele Möglichkeiten, sich im Bereich „Bewahrung der Schöpfung“ zu engagieren, z.B. Erwachsenenbildungsveranstaltungen, Angebote in der Kinder- u. Jugendarbeit, naturnahes Gestalten eines Kindergartens oder Grundstücks.

Eine Gemeinde, die beschlossen hat, an dem System teilzunehmen, wird von speziell ausgebildeten Umweltauditorinnen und –auditoren begleitet und von kirchlichen Umweltgutachter/innen zertifiziert.

Eine Gemeinde, die das Umweltmanagement einführt

  • gestaltet auf Dauer die Gemeinde umweltgerecht,
  • entlastet die Umwelt durch Einsparungen in den Bereichen Heizung, Strom, Wasser, Müll,
  • spart Kosten, denn 5 – 15 % der Energiekosten sind allein durch organisatorische Maßnahmen und Verhaltensänderungen einzusparen,
  • wird glaubwürdig durch gelebte Schöpfungsverantwortung,
  • gewinnt Mitarbeitende (Gemeindeaufbau),
  • und übernimmt eine Vorreiterrolle (Öffentlichkeitsarbeit).

 

 

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