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Nachhaltig predigen 2020/2021

Foto:Wiesemann

Mit dem Beginn des Kirchenjahres am 1. Advent sind neue Anregungen von „nachhaltig predigen“ wieder verfügbar. Im Kirchenjahr 2020/2021 steht das Thema „Abgebrannt!“ im Fokus. Es bezieht sich auf den Klimawandel mit verheerenden Waldbränden, aber auch auf die Corona-Pandemie, siehe Pressemitteilung der Landeskirche.

Für jeden Sonntag des Kirchenjahres regen die Texte und Materialien von „nachhaltig predigen“ an, wie die Bibelstellen der Perikopenordnung mit einem Blick auf die Schöpfung, unsere Verwundbarkeit und Verbundenheit interpretiert werden können. Theologinnen und Theologen aus 27 Bistümern und Landeskirchen geben hierzu Anregungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Predigtanregungen sind im Internet frei zugänglich und sind mit den Hintergrundinformationen auch für die kirchliche Bildungsarbeit eine Hilfe.

Die Botschaft der Bibel ist glaubwürdig, glaubwürdiger als manches politische Konzept. Die Bibel birgt ein geistig-spirituelles Konzept für global zukunftsfähige Entwicklung für ein gelingendes Miteinander auf diesem Planeten, in Frieden und in gegenseitiger Achtung und Achtsamkeit. Damit ist die Bibel eine Grundlage für einen kulturellen Wandel, der für die Zukunftsfähigkeit essentiell ist. Sie kann Wege aufzeigen, um in Freiheit uns selbst zu begrenzen und damit das materielle Wachstumsmodell mit einem Lebensentwurf des inneren Wachstums abzulösen.

Die neuen Predigtanregungen wurden am 29. November 2020 freigeschaltet. Sechs Theologinnen und Theologen aus der Landeskirche haben für das kommende Kirchenjahr Beiträge verfasst: Oberkirchenrätin Dorothee Wüst, Susanne Käser, Elke Wedler-Krüger, Dirk Reschke, Detlev Besier und Gregor Rehm.

Das Internetportal www. nachhaltig-predigen.de ist ein ökumenisches Kooperationsprojekt, das von 27 Bistümern und Landeskirchen getragen wird. Die Landeskirche war Mitinitiatorin des Projektes, welches seit 2005 läuft. Ausgehend von Rheinland-Pfalz ist es inzwischen über Deutschland hinaus gewachsen und nun auch auf englisch verfügbar. "Nachhaltig predigen wird von "Brot für die Welt" gefördert. 

Förderprogramm "Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen"

Das Bundesumweltministerium hat ein Förderprogramm zur Anpassung an den Klimawandel in sozialen Einrichtungen neu aufgelegt. Bei investiven Maßnahmen in Kitas, Jugenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen ist eine Förderung von 80% möglich.
Die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt plant einen gemeinsamen Förderantrag zu stellen.
Näheres können Sie unserem Schreiben entnehmen.

 

 

Declaration for Future

In einem gemeinsamen Appell fordert der BUND Rheinland-Pfalz, dass die Klimaziele des Paris-Abkommens, insbesondere die 1,5-Grad-Begrenzung, Grundlage aller Entscheidungen sind. Doch viele Regierungen, darunter auch die deutsche, halten sich nicht daran.
Das kann nicht weiter hingenommen. Nur die konsequente Umsetzung dieses Ziels kann die Katastrophe noch einigermaßen im Rahmen halten. Paris wird jetzt selbst in die Hand genommen: Mit der Declaration for Future  ( www.bund-rlp.de/declaration) kann sich jede und jeder persönlich und öffentlich zum 1,5-Grad-Ziel bekennen und auffordern, nur noch Politker*innen zu wählen, die dies auch tun.

In der Corona-Krise nicht die Umweltfragen vergessen

Im Kampf gegen das Corona-Virus und beim Schutz der Gesundheit des Einzelnen darf die globale Klimazerstörung und die angegriffene Gesundheit des Planeten Erde nicht vergessen werden. Das haben Oberkirchenrätin Dorothee Wüst und Domkapitular Franz Vogelgesang in einem Brief an pfälzische und saarpfälzische Abgeordnete in den Europa-, Bundes- und Länderparlamenten erklärt. Die Politik habe in der Corona-Krise gezeigt, dass sie handlungsfähig sei und ein beispielloses Maßnahmenpaket beschlossen, damit die gesundheitliche keine gravierende soziale Krise werde. Nun gelte es im Blick auf die Klimakrise ebenso entschieden die Lebensgrundlagen der Menschen zu schützen.

Um der schleichenden Zerstörung dieser Grundlagen entgegenzutreten, die sich zum Beispiel in der Klimaerhitzung, der Zerstörung von Lebensräumen oder im Aussterben von Arten zeige, bedürfe es nicht eines maximalen individuellen Gewinns, eines scharfen Wettbewerbs und oberflächlicher Freiheit, sondern der Solidarität, die nicht an den Staats- und Kontinentalgrenzen enden könne, sagten die Kirchenvertreter. Die von den Regierungen und Parlamenten beschlossenen Wirtschaftshilfen und Konjunkturprogramme sollten daher ökologisch und sozial nachhaltig wirken und sich an den internationalen Umwelt- und Klimazielen orientieren.

Die klare Ansage der Politik in der Corona-Krise, dass das Verhalten jedes Einzelnen zähle, ist nach Auffassung von Oberkirchenrätin Dorothee Wüst und Domkapitular Franz Vogelgesang bei den Menschen angekommen. „Diese Kommunikation ist auch in der Umweltkrise notwendig, um die Einzelnen in ihre Verantwortung zu nehmen“, sagten beide. Die derzeitige Situation sei ermutigend für politisch Verantwortliche, „weil sich eine für lebenswichtige Fragen offene und reife Gesellschaft zeigt.“

 

 

 

Wir können - wenn wir wollen

Wir als Gesellschaft sind fähig, schnell und wirksam zu handeln: Innerhalb von wenigen Tagen entscheiden politische Gremien und gesellschaftliche Gruppierungen, dass sich unser gesellschaftliches Leben grundlegend wandelt: Keine Schule, kein Kindergarten, weniger Produktion, weniger Konsum, keine Reisen. Wir tun dies, um besonders ältere und kranke Menschen vor der gefährlichen Krankheit Covid-19 zu schützen. Ein sehr wichtiges Ziel.

Diese Handlungsbereitschaft braucht es auch bei den riesigen Herausforderungen, um die Zukunft der jungen Menschen zu schützen: Klimaerhitzung, Schwund der Artenvielfalt, Müll in Boden und Wasser, Gesundheitsgefahren durch Bewegungsmangel, Antibiotikaresistenzen und Stress. Diese existenzbedrohenden Gefahren, die das Leben von Milliarden Menschen über Generationen beeinträchtigen werden, sind uns schon seit mehreren Jahrzehnten bekannt, doch ändern wir grundsätzlich kaum etwas und stecken in gesellschaftlichen Zwängen und Gewohnheiten fest. Die Umwelt- und Gesundheitspolitik ist symptombezogen ohne die Ursachen zu bearbeiten: Die Fokussierung auf materielles Wachstums und Leistung.  

Nun ist eine Zeit der Veränderungen. Viele haben mehr Zeit, machen sich Gedanken, was ihr gewohntes Leben eigentlich ausmacht und wie sie ihr Leben in den nächsten Wochen innerhalb der engen Grenzen gestalten wollen. Die Selbstbeschränkungen zeigen, dass wir solidarisch handeln können, dass wir fähig sind, festgeglaubte Strukturen zu ändern. Das steht auch dringend an, um die Verwüstungen auf der Erde nicht noch mehr auszuweiten. Mein Optimismus in die Handlungsfähigkeit von Politik und Gesellschaft hat jetzt leichten Aufwind bekommen. Die Gesellschaft zeigt gerade, dass sie handeln kann, hier muss sie noch zeigen, dass sie auch handeln will.

Sibylle Wiesemann

Förderung für Heizung mit erneuerbaren Energien und Energiesanierung erheblich aufgestockt

Die Bundesregierung hat mit dem Klimaschutzpaket ein neues Programm aufgelegt, mit dem Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energie mit einem Barzuschuss bis zu 45% gefördert werden. Da in den nächsten Jahren zudem die Kosten für Gas und Öl durch die CO2-Abgabe steigen werden, können Pelletkessel, Wärmepumpen oder Solarthermie-Anlagen neben den Vorteilen für das Klima nun auch aus wirtschaftlichem Gesichtspunkt die bessere Lösung sein. 

Hier eine Übersicht über die Fördersätze, die auch für Umfeldmaßnahmen, wie Pufferspeicher, neue Heizflächen oder die Entsorgung der alten Ölkessels gelten:

Art der Heizungsanlage

Gebäude-

bestand

Gebäudebestand bei Austausch Öl

Neubau

Biomasseanlage oder Wärmepumpe

35%

45%

35%

Solarkollektoranlagen

35%

30%

EE-Hybrid-Anlagen, z.B. Pellets und Solarthermie

35%

45%

35%

Gas-Hybridheizungen, z.B. Wärmepumpe mit Gas-Kessel

30%

40%

-

Auch die Konditionen der KfW für Gebäudesanierung sind deutlich besser geworden. Bisher war die Förderung der Gebäudesanierung der KfW für Kirchengemeinden nicht besonders attraktiv. Das hat sich  mit dem Klimaschutzpaket der Bundesregierung geändert, da die Fördersätze stark angehoben wurden. Für Pfarrhäuser, Kitas und Gemeindehäuser gibt es jetzt für Einzelmaßnahmen 20 % Tilgungszuschuss, bei Komplettsanierung, die einen hohen Energiestandard erreichen, zwischen 17,5 % und 40 %. Weiterhin ist der Zuschuss an einen, wenn auch zinsgünstigen, Kredit gebunden.

Die wichtigsten Eckpunkte zu beiden Förderprogrammen mit Links für weitergehende Informationen sind in diesem Papier zusammengefasst.

Neue Baurichtlinie im Dezember 2019 verabschiedet

Der Landeskirchenrat beschloss im Dezember 2019 die Überarbeitung der Richtlinie für ökologisches und energiesparendes Bauen, die sowohl für den Landeskirchenrat als auch für die Gemeinden verbindlich gilt. Die neue Baurichtlinie ist ein Baustein, um das Ziel, 40 Prozent der Treibhausgase bis 2020 einzusparen, zu erreichen.

Eine wesentliche Neuerung ist eine höhere Verbindlichkeit für das Energiemanagement und Unterstützungsleistungen für Kirchengemeinden bei der Neuinstallation von Heizungsanlagen.

Die Anlage „Abnahmeunterlagen für Heizungserneuerungen“ enthält eine Auflistung der Revisionsunterlagen und der Ingenieursdienstleistungen, anhand derer Bauherren überprüfen können, ob die Protokolle der Handwerker alle vorliegen und die Nachweise über die Ingenieursdienstleistungen vollständig erbracht worden sind. Eine weitere Hilfe ist die Anlage „Merkblatt für die Heizungsfirma und die Gemeinde zur jährlichen Wartung von Heizungsanlagen“, mit der überprüft werden kann, ob die Wartung vollständig ausgeführt ist und ob die Effizienzpotenziale einer bestehenden Anlage ausgeschöpft werden. Die Angaben des "Erfassungsbogens Heizung und Energieverbrauch" werden in die landeskirchliche Gebäudedatenbank Fundus eingepflegt, sodass Einsparpotenziale besser erkannt werden. Auch der Bereich Artenvielfalt wurde konkretisiert, indem eine Pflanzliste bei der Auswahl von heimischen Gehölzen hilft.

Artenvielfalt-Kalender

Die Arbeitsstelle Frieden und Umwelt hat den Kalender „Inseln der Artenvielfalt – Projekte in Kirchengemeinden der Ev. Kirche der Pfalz“ herausgegeben. Die Motive sind fast alle in unseren Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen aufgenommen: Wanderfalkenküken in der Zwölf-Apostel-Kirche in Frankenthal, der Hildegard-von-Bingen-Garten in Oberhausen an der Nahe oder Kinder im naturnahen Außengelände der Kita Betzenberg in Kaiserslautern.

Er eignet sich als Aufmerksamkeit für Ehrenamtliche oder andere Gelegenheiten, vielleicht auch jetzt zur kommenden Weihnachtszeit. Da es ein immerwährender Kalender ist, kann er über 2020 hinaus verwendet werden. Er kann  für 1,50 Euro pro Stück bei der Arbeitsstelle bestellt werden.

Der Kalender möchte dazu inspirieren, die Artenvielfalt und die Gartenkultur bei uns vor der Haustür wahrzunehmen und förderliche Bedingungen für unsere Pflanzen- und Tierwelt zu schaffen; ob bei sich privat oder in Gemeinden und Einrichtungen. Wir danken den dargestellten Einrichtungen für ihr Engagement und hoffen, dass es Kreise zieht.


Aktuelle Übersicht über Förderprogramme für den Klimaschutz

Fördermöglichkeiten für den Klimaschutz ändern sich laufend. Eine aktuelle Übersicht von Dezember 2020 über Förderprogramme, die für kirchliche Einrichtungen interessant sein können, finden Sie hier.

Eine Reihe von Förderprogrammen von der Energieberatung bis zur Gebäudesanierung ermöglichen Gemeinden Investitionen in den Klimaschutz, die sich dann auch wirtschaftlich rechnen. Es lohnt sich, genau zu suchen! Sprechen Sie uns an! Wir helfen Ihnen gerne weiter - auch bei der Antragstellung.

Eine Adressliste für Fördermittel zur Denkmalpflege finden Sie auf der Seite der Bauabteilung www.evkirchepfalz.de/landeskirche/bauabteilung.html unter "Themen, Materialien und Links".

 

 

 

 

 

 

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